Pferdegestützte Schmerztherapie

Hippotherapie
Reittherapie
Erlebnisse mit Pferden

Am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch-Partenkirchen werden zurzeit die pferdegestützten Therapieangebote ausgebaut. Diese Therapieformen sind bei Kindern und Jugendlichen sehr wertvoll, da sie viel Freude bereiten, was einen positiven Effekt auf Durchführbarkeit, Erfolg und emotionales Wohlbefinden hat.

Im Klinikkonzept sind pferdegestützte Therapieangebote eingebunden in das multimodale Behandlungskonzept, sodass einzelne Aspekte aus unterschiedlichen Bereichen aufgegriffen und in diesem emotional ansprechenden Rahmen vertieft werden können.

Der erste Schwerpunkt für die Rheumapatienten lag auf der Hippotherapie, wo im Rahmen der Physiotherapie auf körperliche Beschwerden der Patienten eingegangen wird; die Kinder und Jugendlichen können von den dreidimensionalen Bewegungsimpulsen der Pferde stark profitieren.

Mit der Erweiterung der Schmerztherapie innerhalb der Klinik erhöht sich der Bedarf in Richtung Pferdetherapie (auch bekannt als Reittherapie), wobei der Fokus vermehrt auf Kommunikation, Beziehungsarbeit und psychischer Stabilität liegt. Die Patienten erleben im Umgang mit den Pferden viele emotionale Momente, was sich unbewusst auf alle Ebenen der Schmerzwahrnehmung und
Krankheitsbewältigung auswirkt.

Gut vorbereitet mit einem ausgearbeiteten Konzept ging es nach einer Testphase Ende 2013 dann im Jahr 2014 richtig los. Am nahegelegenen Riesserhof findet nun zweimal die Woche Pferdetherapie mit ausgebildeten Pferden und ausgebildeten Therapeuten statt, wobei die Therapeuten im engen Austausch mit dem Team der Kinderklinik stehen. Mit dem Riesserhof
besteht eine jahrelange Kooperation, was die Zusammenarbeit erleichtert.

Das Konzept der Pferdetherapie sieht das Jahr 2014 als Testjahr. Dabei wird überprüft, ob das Therapieangebot den Patienten tatsächlich hilft. Die „Wirksamkeit von Pferdetherapie“ steht dabei im Mittelpunkt des Interesses - bisherige Ergebnisse unterstreichen dies.


Perspektivisch ist noch der Bereich Pferdepädagogik in Planung, wo es vermehrt um die erlebnisorientierte Arbeit mit den Pferden geht. Der Fokus liegt auf Bewegung, neuen Sinnese rfahrungen und Freude am Ausprobieren. Als Teilbereich der Pferdepädagogik können die Pferde zusätzlich im Sinne von „Erlebnissen mit Tieren“ im Rahmen von Familien- oder Aktionsnachmittagen eingesetzt werden.


Für die Kinderklinik ist es wichtig, möglichst viele Spender und Sponsoren für dieses hilfreiche und wirksame Thema zu finden, da eine
Finanzierung über die Krankenkassen nicht möglich ist. Nach nunmehr drei Monaten intensiver Pferdetherapie kann man schon von
einem gelungen Projekt sprechen.

Dr. Lea Höfel, Mai 2014